Keloide, Wildfleisch oder Piercingfehler? – Ein Fall, den jeder Piercer kennen sollte
- Horst sticht zu Nadelstiche und Wimpergeklimper
- 9. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Wer Piercings professionell stechen möchte, muss mehr können als nur eine Nadel sicher führen.
Die Bilder zeigen einen Fall, der in der Praxis immer wieder vorkommt und für viele Kunden, aber auch für unerfahrene Piercer, eine große Herausforderung darstellt.
Am Ohr ist eine deutliche Gewebeveränderung sichtbar. Zusätzlich zeigt die Brust eine ausgeprägte überschießende Narbenbildung. Bereits diese Kombination liefert wichtige Hinweise auf die individuelle Wundheilung des Kunden.
Warum ist das so wichtig?
Viele Menschen neigen genetisch zu einer stärkeren Narbenbildung. Wer bereits Keloide oder hypertrophe Narben entwickelt hat, besitzt häufig auch ein erhöhtes Risiko für sogenannte „Wildfleischbildungen“ oder überschießende Heilungsreaktionen bei Piercings.
Genau deshalb beginnt professionelles Piercen nicht mit der Nadel, sondern mit einer gründlichen Anamnese.
Mögliche Ursachen solcher Veränderungen
In der Praxis beobachten wir häufig mehrere Faktoren gleichzeitig:
Falsch gewählter Schmuck
Zu kurzer Erstschmuck
Minderwertige Materialien
Falscher Stichwinkel
Dauerhafte Reizung durch Druck oder Bewegung
Ungeeignete Nachsorge
Zu aggressive Desinfektionsmittel
Vorbestehende Neigung zu Keloiden
Fehlerhafte Platzierung des Piercings
Oft wird vorschnell von „Wildfleisch“ gesprochen. Tatsächlich können sich dahinter ganz unterschiedliche Prozesse verbergen:
Reizgranulation
Hypertrophe Narben
Keloide
Chronische Entzündungen
Druckschäden durch Schmuck
Die richtige Unterscheidung ist entscheidend für die weitere Versorgung.
Was ein guter Piercer erkennen muss
Ein professioneller Piercer sollte bereits vor dem Stechen erkennen können:
Wie verhält sich die Haut des Kunden?
Gibt es auffällige Narben?
Besteht eine Keloid-Neigung?
Ist die gewählte Stelle anatomisch geeignet?
Welcher Schmuck ist sinnvoll?
Welche Risiken müssen aufgeklärt werden?
Wer diese Punkte übersieht, produziert nicht selten Probleme, die später nur schwer korrigierbar sind.
Das lernt man nicht auf YouTube
In unseren Schulungen geht es nicht nur um das Stechen von Piercings.
Unsere Schüler lernen:
Anatomie verstehen
Hauttypen beurteilen
Keloide und Wildfleisch unterscheiden
Schmuckkunde
Materialverträglichkeiten
Fehleranalyse
Problempiercings erkennen
Professionelle Kundenberatung
Sichere Nachsorge
Denn ein Piercing ist nur dann erfolgreich, wenn der Kunde auch Monate später noch zufrieden ist.
Horst Sticht Zu – Staatlich anerkannte Piercing-Ausbildung
Praxisnah. Ehrlich. Direkt aus dem Studioalltag.
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